Die Nationalsozialisten waren Meister der Propaganda. Sie hatten verstanden, dass man nicht nur Botschaften an die Bevölkerung vermitteln musste, sondern dass man den ganzen Staat so umgestalten musste, dass sich niemand entziehen kann. Vielmehr sollten die Menschen zu Mitläufern und - noch besser - Mittätern werden. Auf dieser Seite setzen wir uns mit den Funktionsweisen der nationalistischen Propaganda auseinander.
- Welche Methoden nutzen die Nazis zur Propaganda?
- Was wollen sie mit ihrer Propaganda erreichen?
Propaganda bezeichnet einen absichtliche und systematischen Versuch, Sichtweisen zu formen, Erkenntnisse zu manipulieren und Verhalten zu steuern, zum Zwecke der Erzeugung einer von den Propagandisten erwünschte Reaktion. Der Begriff Propaganda wird vor allem in politischen Zusammenhängen benutzt; in wirtschaftliche spricht man eher von Werbung, in religiösen von Missionierung.
Propaganda war ein zentrales Mittel für die Nationalsozialisten, um einen Grossteil der deutschen Bevölkerung für ihre Ideologie zu gewinnen. Dazu gab es verschiedene Möglichkeiten, wie z.B. die neuen, modernen Medien Film und Radio, aber auch Plakate, Wahlreisen, Versammlungen, Reden, Aufkleber oder Anstecker. Mit diesen vielfältigen Propagandamittel konnte ein sehr breites Publikum angesprochen werden. Keine andere Partei erkannte die Wichtigkeit einer gut durchdachten und professionalisierten Propaganda wie die NSDAP. Schon im März 1933 wurde ein „Ministerium für Volksaufklärung und Propaganda“ eingerichtet, welches über Presse, Radio, Film und andere Mittel die öffentliche Meinung einheitlich festlegen sollte. Leiter des Ministeriums wurde Joseph Goebbels.
Propaganda im Nationalsozialismus
„Jede Propaganda hat volkstümlich zu sein und ihr geistiges Niveau einzustellen nach der Aufnahmefähigkeit des Beschränktesten unter denen, an die sie sich zu richten gedenkt. Damit wird ihre rein geistige Höhe um so tiefer zu stellen sein, je grösser die zu erfassende Masse der Menschen sein soll. […] Je bescheidener dann ihr wissenschaftlicher Ballast ist, und je mehr sie ausschliesslich auf das Fühlen der Massen Rücksicht nimmt, um so durchschlagender der Erfolg.
Gerade darin liegt die Kunst der Propaganda, dass sie, die gefühlsmässige Vorstellungswelt der grossen Masse begreifend, in psychologisch richtiger Form den Weg der Aufmerksamkeit und weiter zum Herzen der breiten Masse findet. […]
„Aber die vielen Feiern“ – „die herrlichen KdF-Reisen“ – „die Gemeinschaft auf den Parteitagen“. Viele Menschen verbanden nach 1945 auch positive Erinnerungen mit der NS-Zeit, obwohl nicht bestritten werden konnte, dass die Herrschenden ihr System auf Unterdrückung, Verfolgung und Terror gegründet hatten. Während Minderheiten wie die jüdischen Bürgerinnen und Bürger aus der „Volksgemeinschaft“ ausgeschlossen und verfolgt wurden, warb die NS-Führung unablässig um die Zustimmung der Mehrheit der Bevölkerung. Die wichtigsten Instrumente dafür waren Veranstaltungen und Erlebnisangebote, mit denen sie die Massen dauerhaft für ihre Politik mobilisieren konnte. Eine wichtige Rolle spielte zum Beispiel die Freizeitorganisation der NSDAP „Kraft durch Freude“ (KdF), die dem „kleinen Mann“ und seiner Familie bisher nicht bekannte organisierte Pauschalurlaube in Deutschland und im Ausland ermöglichte.
Daneben stand die Propaganda, zu deren schärfster Waffe sich in den 1930er und 1940er Jahren die Radiorede entwickelte. Durch die massenweise Produktion eines billigen Radiotyps („Volksempfänger“) konnte fast jeder Haushalt die Stimme Adolf Hitlers hören – das Hören ausländischer Sender wurde dagegen hart bestraft. Auch andere Massenmedien, zum Beispiel die Wochen-schau und Kinofilme, wurden gezielt gefördert.
Die „Macht des Wortes“ zeigte sich besonders in alljährlich wiederkehrenden Feiern der Nationalsozialisten wie dem „Tag der Machtergreifung“ (30.1.), Hitlers Geburtstag, dem 1. Mai als „Tag der nationalen Arbeit“ – ursprünglich ein Feiertag der Arbeiterbewegung – oder den Rechtsparteitagen im September.
Wie die Nazis so viele Deutsche überzeugten
Im Video erzählt Mirko Drotschmann von der fiktiven Familie Mustermann, die den Nationalsozialismus und damit auch die Propagandamethoden der Nazis miterleben und von ihnen beeinflusst sind.
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