Hitler nutze sein ganzes taktisches Geschick, um 1933 an die Macht zu kommen. Hier interessieren uns aber die politischen Manöver weniger. Wir fokussieren uns darauf, wie es Hitler gelang seine Wähler*innen zu überzeugen und wie er nach seiner Machtübernahme innerhalb kürzester Zeit Deutschland in eine Diktatur umbaute. Dabei befassen wir uns mit den folgenden Fragen:
- Wie überzeugt Hitler seine Wähler*innen?
- Welche unmittelbaren Folgen hat die Machtübernahme für Deutschland?
Die Weimarer Republik war nach der Weltwirtschaftskrise immer instabiler geworden und wir haben gesehen, dass diese Instabilität der ideale Nährboden für extreme politische Gruppierungen wie Hitlers NSDAP war.
Der Weg zur Macht
Nach dem Börsencrash und der darauf folgenden Weltwirtschaftskrise war der Boden für den Erfolg der NSDAP endgültig geschaffen. Die Wählerschaft, die seit 1930 der NSDAP zuströmte, war vielfältig. Viele wollten mit ihrer Stimme einfach gegen die bestehenden Verhältnisse protestieren. Manche waren früher gar nie zur Urne gegangen. Zudem gewann die Partei besonders viel Anhang unter den jungen Wählern, die nur noch durch eine völlige Umwälzung für sich und Deutschland eine Zukunft erwarteten.
1930 gelang Ihnen mit einem Wähler*innenanteil von über 18% der erste grosse Wahlerfolg. Die Nationalsozialisten nutzen ihre Sitze im Parlament aber vor allem dazu, jede konstruktive Arbeit im Reichstag zu verhindern. Sie wollten beweisen, dass die demokratische Staatsform nicht mehr lebensfähig war. Immer wieder kam es zu Tumulten. Die Menschen sollten so den Glauben in die Demokratie langsam verlieren.
Die Wahlen 1932 zeigten, dass die Konservativen nur einen geringen Wähleranteil gewinnen konnten. Hitler dagegen hatte ein Drittel der Bevölkerung hinter sich. Daher verbündeten sich die Konservativen mit den Nationalsozialisten. Sie glaubten, Hitler als Regierungsmitglied würde sich entweder ihnen anpassen oder aber rasch abwirtschaften; die Bürger würden bald einmal sehen, dass er zwar reden, aber nicht regieren könne. Dann würde sich der Anhang der Nationalsozialisten verlaufen, und die Konservativen wären die lachenden Dritten.
Am 30. Januar 1933 wurde Hitler zum Reichskanzler ernannt. Die meisten seiner Minister waren Konservative. Mit dieser «Umrahmung», glaubte man, würde Hitler nicht gefährlich sein.
Das Ende der Demokratie
Die Nationalsozialisten nutzen ihre neue Macht sofort. Der nationalsozialistische Minister Hermann Göring teilte Zehntausende von SA-Leuten als «Hilfspolizisten» ein und ging massiv gegen Kommunisten und Sozialdemokraten vor.
Dies steigerte sich noch, als am 27. Februar das Reichstagsgebäude in Brand gesteckt wurde. Die Regierung erklärte sofort, dies sei das Zeichen eines kommunistischen Umsturzversuches, zu dessen Verhinderung alle Mittel eingesetzt werden müssten. Wichtige persönliche Freiheitsrechte wurden aufgehoben. Die ersten Konzentrationslager entstanden, in welche Menschen ohne Gerichtsurteil eingewiesen werden konnten.
«Mein Freund, Geschäftsführer des Metallarbeiterverbandes, wurde geschlagen, weil er die Treppe, die er putzen sollte, nicht sauber brachte. Man hatte ihm befohlen, die Steinstufen von unten nach oben zu reinigen. Dabei schüttete man immer Wasser nach, so dass er nicht fertig wurde. Am Ende bekam er Prügel, weil er ein faules Schwein sei …
Befehl: Sofort alle Betten der Mannschaften zu bauen! Nachdem ich fertig war, wurden die Betten sofort wieder zerwühlt, und ich konnte von vorn anfangen. Das wiederholte sich zweimal. Alles Stroh von den Strohsäcken zusammenlesen und auf einen Haufen legen! Ich kroch unter die Latten und holte jedes Strohhälmchen mit den Händen heran. Aber der SA-Führer trat die Strohhalme mit dem Fuss wieder unter die Betten. Darauf begann das Spiel von neuem … Als ich entlassen wurde, musste ich mich verpflichten, draussen kein Wort über meine Internierung zu sprechen, andernfalls hätte ich mit verschärfter Haft zu rechnen.»
«Im Reichstag kommt es zum Ausbruch der bis zur Siedehitze angespannten Erregung. Einer von uns wird von den Kommunisten als Mörder beschimpft […] Das ist das Signal zur Abrechnung. Sie ist kurz, aber bündig und wird mit Tintenfässern und Stühlen ausgefochten. In drei Minuten sind wir allein im Saal. Die Kommunisten sind heraus geprügelt, während die Mittelpartien in der vorzeitigen Flucht ihr Heil gesucht haben. Unsere Fraktion singt das «Horst-Wessel-Lied». Acht Schwerverletzte aus verschiedenen Parteien […] So allein mit Agitation auf den Strassen kann man sich Respekt verschaffen. Der Plenarsaal bietet den Anblick einer grandiosen Verwüstung. Wir stehen als Sieger auf den Trümmern.»
Die Folgen der Machtübernahme
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