Mussolinis Faschismus wurde in ganz Europa kopiert. Erläutern Sie, wie der Faschismus funktioniert und warum er so erfolgreich ist. Beachten Sie dabei die folgenden Aspekte:
- Führerprinzip
- Ausgrenzung
- Feinbilder
- Gewalt
- Propaganda / Manipulation
Argumentieren Sie mit konkreten Beispielen aus den Informationen auf dieser Seite.
Sie können das Abgabeformat selbst wählen. Berichten Sie entweder mündlich, schreiben einen Text ins Logbuch oder erstellen Sie eine Audio-Aufnahme und fügen diese an die Teams-Aufgabe an.
Dieses Thema hat zwar wenig mit der Weimarer Republik zu tun, aber es passiert zur gleichen Zeit und Geschehnisse in Italien werden einen grossen Einfluss auf Deutschland haben.
Faschistische Bewegungen
Der Entstehung des Faschismus
Nach dem Ende des Ersten Krieges schien für viele Zeitgenossen die Welt aus den Fugen geraten zu sein. Viele haderten mit dem Ausgang des Ersten Weltkriegs und seinen Folgen. Die Menschen in Europa sehnten sich nach Ruhe und Ordnung sowie einem wirtschaftlich gesichertem Leben. Vor allem litten sehr viele unter der Wirtschaftskrise: Arbeiter und Angestellte waren arbeitslos oder bangten um ihre Stelle, Bauern und Gewerbetreibende fürchteten den finanziellen Zusammenbruch. Die Demokratie „schien“ mit den wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Problemen nicht fertig zu werden.
Das führte dazu, dass die Menschen nach einfachen Antworten und starken Führer*innen suchten, die ihre Lage besser machten. Manche wandten sich der kommunistischen Bewegung zu, die seit langem eine ganz andere Wirtschafts- und Staatsorganisation forderte und diese in der Sowjetunion bereits durchgesetzt hatte.
Viele andere aber fürchteten, der Kommunismus würde ihnen noch ihr letztes Hab und Gut wegnehmen und sie schliesslich unter die sowjetische Vorherrschaft führen. Sie schlossen sich daher Protestgruppen an, die einerseits die bestehende demokratische Ordnung überwinden wollten, anderseits auch die kommunistischen Bestrebungen erbittert bekämpften: den faschistischen Bewegungen. Diese setzten ihre Hoffnung in einen starken Führer, der in der Lage sei, für Volk und Nation wieder Sicherheit und wirtschaftlichen Aufschwung zu schaffen. Radikale Parteien und deren Repräsentanten boten populistische Programme an, die zwar irrational und widersprüchlich waren, aber vorgaben, mit einfachen Lösungen alle Probleme lösen zu können.
Eines der frühesten Beispiele war der Faschismus in Italien, welcher initiierte die Ausweitung des Faschismus in Europa massgeblich beeinflusste. Der wichtigste Ableger war wohl die Nationalsozialistische Partei (NSDAP) Hitlers in Deutschland. Diese war zudem extrem judenfeindlich. Träger und Sympathisanten des Faschismus waren vor allem ehemalige Berufs- und Frontsoldaten sowie Angehörige des bürgerlichen und kleinbürgerlichen Mittelstands. Zulauf erhielt der Faschismus auch aus dem liberal-nationalen Besitzbürgertum, dem Militär und der Kirche. Die Programme waren nicht überall gleich und häufig auch nicht sehr klar.
- Der Faschist, besonders der Milizsoldat, darf nicht an einen ewigen Frieden glauben.
- Strafen sind immer verdient.
- Auch der Wachposten vor einem Benzinfass dient dem Vaterland.
- Der Kamerad ist dein Bruder: 1. weil er mit Dir lebt, 2. weil er denkt und fühlt wie Du.
- Gewehr und Patronentasche sollen nicht während der Ruhezeit vernachlässigt, sondern für den Krieg bereitgehalten werden.
- Sage niemals: die Regierung zahlts; denn du selbst bist es, der zahlt, und die Regierung hast du selbst gewollt und du trägst ihre Uniform.
- Gehorsam ist der Gott der Heere; ohne ihn ist kein Soldat denkbar, wohl aber Unordnung und Niederlagen.
- Mussolini hat immer Recht.
- Der Freiwillige hat keine Vorrechte, wenn er nicht gehorcht.
- Eines muss dir über allem stehen: Das Leben des Duce.
Benito Mussolini
Die Machtergreifung
Der Zulauf zu Mussolinis Organisation (ab 1921: Faschistische Partei Italiens) war beträchtlich. Ende 1920 betrug die Mitgliederzahl 21 000, Ende 1921 220 000, Mitte 1922 320 000. Jedoch hatte er bei weitem keine Mehrheit im Volk hinter sich; bei den Wahlen von 1921 gewannen die Faschisten von über 500 Parlamentssitzen nur deren 35.
An Kampfkraft und an der Bereitschaft, hemmungslos Gewalt anzuwenden, waren die Faschisten ihren Gegnern aber überlegen. Hinzu kam, dass sie bei vielen Vertretern der Regierung, der Polizei, der Armee, der Industrie und der Grossgrundbesitzer beträchtliche Sympathien genossen. Oft schritt die Polizei gegen faschistische Aktionen gar nicht oder viel zu spät ein. Viele sahen in den Faschisten ein nützliches Werkzeug, um die Arbeiterbewegung niederzuwerfen und die alte Ordnung wiederherzustellen.
Im Oktober 1922 befanden sich bereits weite Teile Italiens unter der Kontrolle der Faschisten. Nun forderte Mussolini den König auf, ihn zum Ministerpräsidenten zu ernennen. 30 000 Faschisten wurden an drei Orten in der Umgebung Roms versammelt, um nötigenfalls in die Stadt einzumarschieren («Marsch auf Rom»). Nur mit der Armee hätten der König und sein bisheriger Ministerpräsident dies verhindern können. Sie riskierten es nicht, weil die Armee nicht zuverlässig genug erschien. Mussolini durfte nun die Regierung übernehmen. Auch das Parlament leistete keinen grossen Widerstand; viele Parlamentarier gingen zu Mussolini über, während andere sich zurückzogen oder ins Ausland flohen. Schliesslich wurden alle Parteien ausser der faschistischen verboten. Damit war Mussolini als «Duce» (deutsch: Führer) zum Diktator Italiens geworden. Wer sich ihm widersetzte, landete im Gefängnis oder fand sogar den Tod, wer sich aber anpasste, durfte seinen Posten behalten. Das galt für die meisten führenden Persönlichkeiten in der Armee, der Verwaltung und der Polizei und auch für den König selbst.
Nachdem Mussolini an die Macht gekommen war, nutze er alle möglichen Mittel um die Menschen nicht nur zu unterdrücken sondern auch mit Propaganda auf seine Linie zu bringen.
Italien unter Mussolini
Unter Mussolini hatten die Italiener wesentliche Freiheitsrechte eingebüsst. Sie durften ihre Meinung nicht mehr frei äussern, sie durften nicht mehr lesen und drucken lassen, was sie wollten, sie durften keine Vereine oder Parteien mehr begründen, sie konnten bei Wahlen nur noch die herrschende Partei mit fast hundertprozentiger Mehrheit bestätigen. In der Wirtschaft hatten die Arbeitgeber gegenüber den Arbeitnehmern das Übergewicht. Obwohl recht viel zur Förderung der Landwirtschaft und der Industrie unternommen wurde, blieb Italien von der Weltwirtschaftskrise der dreissiger Jahre so wenig verschont wie die meisten übrigen Länder. Am Ende der dreissiger Jahre ging es den meisten Italienern nicht wesentlich besser als vor dem Ersten Weltkrieg.