Die Serie “Babylon Berlin” taucht in die schillernde Welt der Goldenen Zwanziger ein und schafft es, zwar nicht immer ganz historisch akkurat, das Lebensgefühl und die Abgründe dieser Zeit beeindruckend einzufangen. Schauen Sie die 4 Ausschnitte an und vergleichen Sie sie mit Ihrem Wissen über die Goldenen Zwanziger.
Legen Sie dar, wie authentisch das historische Berlin in der Serie umgesetzt wird. Orientieren Sie sich an den folgenden Fragen und beziehen Sie sich auf die einzelnen Videoclips:
- Was ist realistisch dargestellt? Was ist übertrieben?
- Welche historischen Ereignisse wurden übernommen?
- Wo nehmen sich die Filmemacher Freiheiten?
- Inwiefern wird das Lebensgefühl der Weimarer Republik dargestellt, auch wenn es vielleicht übertrieben ist?
Argumentieren Sie mit konkreten Beispielen aus den Informationen auf dieser Seite.
Babylon Berlin verbindet eine Kriminalgeschichte mit detaillierten Darstellungen politischer Konflikte und verschiedener sozialer Milieus der Weimarer Republik. Die Serie basiert auf dem Kriminalroman Der nasse Fisch (2008) von Volker Kutscher. Das Bild des lasterhaften und verführerischen Berlins, auf das der Titelname anspielt (das biblische Babylon als Sündenpfuhl), existierte bereits in der Populärkultur der Weimarer Republik.
Nach dem Ersten Weltkrieg war das Land innerlich zerrissen, und rechte und linke politische Bewegungen kämpften um die Macht im Land. Im Jahr 1929 - dem Beginn der Handlung der Serie - ist die Geschichte der Weimarer Republik bereits weit fortgeschritten. 1929 ist ein Schlüsseljahr, weil die Weltwirtschaft durch den Schwarzen Freitag im Oktober desselben Jahres erschüttert wurde. Diese von Amerika ausgehende Krise schwappte auf Deutschland über und entwickelte sich zu einer schweren Weltwirtschaftskrise. Gleichzeitig kämpften kaisertreue Eliten, kommunistische Kräfte und erstarkende Nationalsozialisten um den politischen Einfluss im Lande.
Der soziale Status vieler Menschen war sowohl durch den industriellen Wandel als auch durch ständige Wirtschaftskrisen bedroht. Ressentiments gegen Minderheiten fielen auf fruchtbaren Boden - vor allem gegen jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger, deren Situation durch die "Dolchstoßlegende" noch verschärft wurde. Monarchisten wie Nationalsozialisten nutzten diese Propaganda, um ihre eigenen Ziele zu erreichen und die Weimarer Republik zu stürzen, denn die NSDAP konnte 1930 zur zweitstärksten Kraft im Parlament aufsteigen.
Babylon Berlin beschäftigt sich aber auch mit einer anderen wichtigen Facette der Weimarer Republik: den kommunistischen und sozialistischen Tendenzen. Als Gegenpol zum Nationalismus blühte die Unterstützung für revolutionäre kommunistische Gruppen und Vereine. Die stalinistischen Kommunisten, die ein ganz anderes Deutschland im Sinn hatten, setzten sich von den Sozialdemokraten ab.
Vier Szenen aus Babylon Berlin
Set Design
Auf Wunsch von Produzent Stefan Arndt wurde die Serie komplett in Deutschland gedreht, wo über 300 verschiedene Drehorte zum Einsatz kamen. Hier sehen Sie wie das Polizeihauptquartier “Die rote Burg” für die Serie in Szene gesetzt wurde.